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RFID Daten für Verpackungen: Grundlage für bessere Recyclingfähigkeit

Die globale Plastikkrise verschärft sich: Ohne grundlegende Veränderungen verdreifacht sich der weltweite Kunststoffabfall bis 2060. Die Lösung liegt im Design. Eine Sortieranlage setzt RFID ein und schafft die Datengrundlage, um Verpackungen unter realen Bedingungen zu bewerten und gezielt für das Recycling auszulegen.

Warum Kunststoffrecycling entscheidend ist

Umweltverschmutzung zählt laut Global Risks Report 2025 des World Economic Forum zu den Risiken mit den schwerwiegendsten Auswirkungen in den kommenden Jahren. Kunststoffabfälle tragen wesentlich dazu bei.

Die Entwicklung ist eindeutig: Die Menge an Kunststoffabfällen wächst deutlich schneller als die verfügbaren Recyclingkapazitäten, wie Daten der OECD zeigen.

Strengere Vorgaben entstehen weltweit. Entscheidend bleibt jedoch, wie sich Verpackungen so gestalten lassen, dass sie im Recyclingprozess tatsächlich erfasst und verwertet werden.

A graph depicting OECD projections of plastic waste from 2020 to 2060, starting at roughly 900 million metric tonnes level and ending up at 1730 million metric tonnes
Globale Kunststoffabfälle: Zentrale Fakten

 

  • Im Jahr 2025 wird das globale Kunststoffaufkommen über 1 Milliarde Tonnen erreichen.
  • Ohne zusätzliche Maßnahmen steigt es bis 2060 auf rund 1,7 Milliarden Tonnen.
  • Unter aktuellen Rahmenbedingungen wird sich das Kunststoffaufkommen bis 2060 nahezu verdreifachen.
  • Weniger als 20 % werden recycelt – der Rest wird deponiert, verbrannt oder gelangt in die Umwelt.
  • Der Großteil entfällt auf Einwegkunststoffe: Flaschen, Verschlüsse, Tüten sowie Einwegbecher und -strohhalme.

Prognose des globalen Kunststoffaufkommens 2020–2060. (Quelle: Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD)

RFID Daten für Verpackungen in der Praxis

In einer der modernsten Kunststoffsortieranlagen Europas trifft Recycling auf digitale Technologien. Der Betreiber verarbeitet rund 90.000 Tonnen Kunststoffabfälle pro Jahr und trennt sie in 13 Materialströme wie PP, PE, PET, Metalle und Papier. Ergänzend zum Kerngeschäft bietet die Anlage einen RFID-basierten Testservice für Verpackungen an.

So funktioniert es:

  • Ein Markenhersteller stellt 100 Muster eines neuen Verpackungsdesigns bereit.
  • Jedes Muster wird mit RFID gekennzeichnet und in den regulären Abfallstrom eingebracht.
  • RFID-Lesepunkte entlang der Anlage erfassen, wie sich jede Verpackung durch den Sortierprozess bewegt.
  • Die Daten werden zu einem detaillierten Bericht zusammengeführt, der zeigt, ob das Design korrekt sortiert wird – sowohl auf Einzel- als auch auf Chargenebene.

 

Graphic of RFID Packaging Testing by adding the tag to packaging graphic illustrates the process

Für Hersteller entsteht ein klarer Vorteil: Sie erhalten datenbasiertes Feedback zur Recyclingfähigkeit, bevor eine Verpackung in den Markt geht. Zeigen die Ergebnisse Schwächen, lassen sich Materialien und Konstruktion gezielt anpassen, sodass die Verpackung im vorgesehenen Recyclingstrom erfasst wird. RFID macht aus Annahmen messbare Ergebnisse.

Unternehmen aus der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie nutzen diesen Ansatz kontinuierlich – und zeigen, wie sich die Lücke zwischen regulatorischen Anforderungen und realen Ergebnissen schließen lässt.

Europa handelt: Von Richtlinien zum Alltag

Europa treibt die Reduzierung von Kunststoffabfällen aktiv voran. Vorgaben aus Brüssel und Maßnahmen im Alltag – von Abgaben auf Tüten bis zu Rücknahmesystemen – verändern, wie Verpackungen gestaltet, verkauft und recycelt werden. Für Unternehmen wird Recyclingfähigkeit damit zur Voraussetzung für den Marktzugang.

Die Single-Use Plastics Directive der EU schreibt bereits vor, dass PET-Flaschen bis 2025 einen Recyclinganteil von 25 % und bis 2030 von 30 % enthalten müssen. Neue Regelungen gehen weiter und setzen strengere Ziele sowie Verbote für bestimmte Einwegprodukte.

In den Mitgliedstaaten verändern lokale Maßnahmen – von Pfandsystemen bis zu Abgaben – das Verhalten im Alltag und den Umgang mit Verpackungsabfällen.

RFID gestaltet eine Zukunft mit weniger Abfall durch zirkuläre Ansätze

Verpackungen tragen nicht nur Produkte, sondern auch Informationen über ihren weiteren Weg im Recycling. RFID bringt diese Entwicklung bereits in die Praxis. Beispiele:

  • Mehrwegbecher auf Veranstaltungen und in Städten: Getränke werden häufig in Pfandbechern ausgegeben. RFID vereinfacht die Rückgabe: Becher einwerfen, Pfand automatisch erhalten.
  • Haltbarkeitsmanagement in der Lebensmittelbranche: RFID unterstützt FEFO-Prinzipien und erfasst die tatsächliche Haltbarkeit statt statischer Mindesthaltbarkeitsdaten. So lassen sich Lebensmittelverluste reduzieren.
  • Verpackungen mit integrierten Daten: RFID-Kennzeichnungen speichern Informationen zu Herkunft, Handhabung oder Lagerbedingungen wie Temperatur und Feuchtigkeit und schaffen Transparenz in der Logistik.
  • Reduzierung von Verlusten in Lieferketten: Transparenz auf Artikelebene verhindert Schwund, Fehlplatzierungen und Überproduktion.
  • Rückkopplung im Kreislauf: Daten aus RFID-gestützten Verpackungen liefern die Grundlage, um Designs gezielt zu verbessern und Materialien länger im Umlauf zu halten.

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Circkpack by veolia

Bis 2030 muss Kunststoffverpackung zu 30 % aus Rezyklat bestehen. RFID zeigt, wie gut Verpackungen im Sortierprozess abschneiden – und liefert Markenherstellern datengestützte Erkenntnisse zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit.

FACHARTIKEL

Neue Vorgaben wie die EU-Entwaldungsverordnung erfordern Transparenz entlang der Lieferkette. RFID schafft die Datengrundlage, um Materialherkunft nachvollziehbar zu dokumentieren und regulatorische Anforderungen sicher zu erfüllen.

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