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RFID für Transparenz im Lager: Übersicht statt Suchaufwand

Einordnung aus der Praxis

Heikki Haavisto - RFID Expert
Heikki Haavisto, einer unserer erfahrensten RFID-Experten, zeigt aus der Praxis, wie Materialverluste entstehen und wie RFID zur Bestandssteuerung eingesetzt wird.

Über 250 besuchte Unternehmen und Gespräche mit rund 1000 Firmen weltweit – ein breites Erfahrungsbild aus der Praxis.

Im Laufe meiner Tätigkeit im Vertrieb von RFID-Systemen habe ich weltweit mehr als 250 Unternehmen besucht und mit rund 1000 Firmen Gespräche geführt. In nahezu allen Fällen ging es darum, RFID in der Produktion oder entlang der Lieferkette einzusetzen.

Dabei zeigt sich immer wieder ein ähnliches Bild: Viele Unternehmen haben falsche Annahmen darüber, wie RFID funktioniert und wie es eingesetzt werden sollte – insbesondere wenn es darum geht, vermeintlich verlorene Materialien zu finden. Aus diesem Grund ist diese Blogreihe entstanden, in der verbreitete Annahmen zu RFID eingeordnet und aus der Praxis betrachtet werden.

Annahme: RFID findet verlorene Materialien im Lager

Im ersten Teil dieser Reihe geht es um eine verbreitete Annahme: RFID wird eingesetzt, um verlegte Materialien wiederzufinden. Häufig entsteht daraus die Idee, RFID-Lesegeräte flächendeckend in der Halle zu installieren, um jederzeit zu sehen, wo sich Materialien befinden.
In solchen Situationen stellt sich zunächst eine grundlegende Frage: Warum ist der aktuelle Standort überhaupt unbekannt? Die Antwort ist oft dieselbe: Bewegungen werden nicht konsequent erfasst. Barcodes werden bei Umlagerungen nicht gescannt, Verantwortlichkeiten sind unklar, Prozesse werden nicht eingehalten. Daraus entsteht der Wunsch nach einem System, das den Standort in Echtzeit sichtbar macht.

Ein Fünftel eines Arbeitsjahres geht in vielen Unternehmen für die Suche nach Materialien verloren – verursacht durch fehlende Transparenz im Bestand.

Ziel: Aktuelle Bestandsdaten in Echtzeit

An dieser Stelle folgt ein Perspektivwechsel. Entscheidend ist nicht, Materialien schneller zu finden, sondern Bestände so zu führen, dass ihr Standort jederzeit korrekt ist. Nur dann lassen sich die Daten im Warehouse Management System (WMS) zuverlässig nutzen.

Der Ansatz in der Praxis ist entsprechend klar: Gabelstapler werden mit RFID-Lesern ausgestattet, Lagerplätze mit RFID-Tags gekennzeichnet. Bei jeder Umlagerung wird der neue Standort automatisch erfasst und direkt im WMS aktualisiert. Bestandsdaten bleiben damit kontinuierlich aktuell, ohne zusätzlichen manuellen Aufwand.

Alternativ kann die Position des Gabelstaplers über RTLS bestimmt werden, während RFID weiterhin zur Identifikation der Materialien eingesetzt wird.

In Umgebungen, in denen eine Ausstattung von Gabelstaplern nicht sinnvoll ist, lassen sich RFID Gates an definierten Übergabepunkten einsetzen. Auch hier werden Materialbewegungen automatisch erfasst, sobald Objekte diese Bereiche passieren.

Der Aufwand für diese Ansätze liegt in der Regel deutlich unter den ursprünglichen Vorstellungen, bei denen Lesesysteme flächendeckend installiert werden sollen. Gleichzeitig entsteht genau das, was im Alltag benötigt wird: aktuelle und belastbare Bestandsdaten.

Die Auswertung zahlreicher Projekte zeigt, welchen Einfluss dieser Ansatz auf die Abläufe hat. Transparenz über Materialbewegungen reduziert Suchzeiten, vermeidet Fehlbestände und verbessert die Steuerung von Beständen nachhaltig.

Drei Vorteile von RFID im Lager

Über 1,5 Personenjahre weniger Aufwand durch automatisierte Erfassung von Materialien

Weniger Stillstand durch bessere Transparenz über Materialverfügbarkeit

Asset search time decreased nearly to zero

Aus meiner Sicht wird RFID nicht benötigt, um Materialien zu suchen. Entscheidend ist die Transparenz über Bestände. Sind Bestandsdaten korrekt und aktuell, entfällt die Suche – unabhängig von der eingesetzten Technologie.

Annahme widerlegt.

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Eine intelligente Track-&-Trace-Anwendung erfasst automatisch, welche Waren auf dem Stapler liegen, und verfolgt ihren Weg durch das Lager.

fachartikel

RFID- und RTLS-Projekte sind für viele Unternehmen Neuland. Anders als klassische Barcode-Lösungen verändern sie Prozesse grundlegend – und erfordern Know-how, das intern oft noch nicht vorhanden ist.

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